Das Buch

"Der Schattenwelt neue Kleider - Die Inquisition der Jetztzeit. Klimawandel: Gott hat recht-zeitig gewarnt, Marktheidenfeld 2006, kart., 268 S., ISBN 978-3-89201-238-8, Euro 8,90;

zu bestellen bei Verlag Das Wort


4.5.  Die unerwünschten Naturschützer (2000-2006)
 

Das Jahr 2000 war gekommen – doch der von den kirchlichen „Experten“ so eifrig vorhergesagte „große Knall“ in der religiösen Szene war ausgeblieben. Geknallt hatten nur die Silvester-Raketen. Kein Massenselbstmord weit und breit, keine enttäuschten Welt­untergangsjünger, die alles verkauft hatten und nun notgedrungen weiterleben mußten – nichts von alledem.

Aber das focht die „Experten“ wenig an. Wenn andere Glaubensgemeinschaften etwas vorhersagen, werden sie womöglich lächerlich gemacht oder gar verhöhnt. Wenn sich jedoch ihre eigenen medial zelebrierten „dunklen Vorahnungen“ nicht erfüllen, gehen sie schlicht zur Tagesordnung über – und vertrauen auf das kurze Gedächtnis der Menschen.

Mit ihrer über Jahre hinweg geschürten Hysterie gegenüber den „Endzeitsekten“ hatten die Kirchen dennoch etwas erreicht: zum einen eine weitere Herabsetzung und Ausgrenzung religiöser Minderheiten im öffentlichen Bewußtsein. Und zum anderen hatten sie sehr geschickt davon abgelenkt, daß sich bezüglich der Zukunft des Planeten Erde tatsächlich dunkle Wolken am Horizont zusammenzogen.

So waren weitere Jahre verstrichen, in denen allenfalls halbherzige politische Maßnahmen (wie das Klima-Protokoll von Kyoto) ins Auge gefaßt wurden. Ein durchgreifender Bewußtseinswandel aber war in noch weitere Ferne gerückt als in den 70er Jahren. Das Thema „Umwelt“ war längst wieder „out“. Es erwies sich einmal mehr: Eine rein technokratisch-pragmatische Umweltschutzpolitik, so durchdacht sie auch sein mag, bleibt gefühlsmäßig abstrakt und kann sich nur schwer gegen die Dominanz wirt­schaftlicher (Schein)-Zwänge durchsetzen, solange sie nicht in breiten Schichten der Bevölkerung von einem Bewußtsein der Ganzheit und Unverletzlichkeit der Schöpfung getragen wird. Und das heißt konkret: etwa von der Überzeugung, daß nicht nur Haustiere liebens- und schützenswerte Geschöpfe sind, sondern auch sogenannte „Nutztiere“.

Tier- und Naturschutz ist seit 30 Jahren ein Hauptanliegen der Urchristen im Universellen Leben. Jetzt, gerade zu Beginn des neuen Jahrtausends, setzten sie in diesem Sinne neue Akzente – sowohl praktisch als auch publizistisch.

Ein „Friedensreich“ im Kleinen

 Rings um das Gut „Terra Nova“ tut sich einiges. Auf dem Gelände eines ehemaligen Saatzuchtbetriebes (der Landschaft und Boden nicht geschont hatte) entstehen in rascher Folge Hecken, Feldgehölze, Obstanlagen, Aufforstungen, Feuchtbiotope. Wo vorher durch die Flurbereinigung ausgeräumte kahle Äcker das Auge abgestumpft hatten, entstand ein Biotopverbundsystem, das bis heute immer weiter ausgebaut wird.*

Allein bis 2006 entstanden über 16 Kilometer Hecken, die miteinander in Verbindung stehen – Lebenskorridore und Lebensräume für Hasen, Igel, Vögel und Kleintiere aller Art. Die Äcker dazwischen werden im Friedfertigen Landbau bewirtschaftet*, so daß auch dort vielfältige Ackerkräuter und -blumen wachsen und sich ein reges Bodenleben einstellen konnte.

Doch nicht nur Wildtiere fühlen sich auf dem „Friedvollen Land“, wie die Urchristen es nennen, wohl. Viele der ursprünglichen Äcker wurden in Viehweiden umgewandelt, auf denen Rinder, Schafe, Esel und Pferde grasen. Viele von ihnen wurden dem Schlachter quasi vor der Nase weggekauft. Die Weideflächen wurden so angelegt, daß immer auch ein Stück Wald oder zumindest eine Baumgruppe einbezogen ist. Und es gibt Unterstände. Denn entgegen der landläufigen Meinung von Nutztierhaltern („Die brauchen das ganze Jahr über nichts“) lieben auch Weidetiere bei starker Sonne oder bei schlechtem Wetter einen äußeren Schutz oder Schatten. Die Tiere werden medizinisch betreut, selbst dann, wenn die Behandlungs- oder Operationskosten den Kaufpreis (bzw. „Schlachtpreis“) des Tieres übersteigen. Die Tiere werden nicht geschlachtet – und sie spüren das.

Das ganze „Friedvolle Land“ ist ein, wenn auch flächenmäßig noch bescheidener, Beitrag zur Wiedergutmachung für das, was der Mensch den Tieren über Jahrhunderte angetan hat und noch immer antut. Es ist sozusagen ein Beginn des Friedensreiches im Kleinen. Als solcher strahlt es nach Überzeugung der Urchristen aus und bekommt eine Vorbildfunktion in einer Welt, in der Tiere und Pflanzen nur noch nach ihrem Nutzwert berechnet und wie Ware behandelt, und das heißt oftmals, „mißhandelt“ werden.

 „Menschen, esst uns nicht!“

 Doch auch publizistisch setzen sich Christusfreunde für die Tiere ein. Mit großen Plakataktionen werben sie für vegetarische Ernährung – und zwar nicht in erster Linie aus gesundheitlichen, sondern aus ethischen Gründen.

„Bitte, bitte, esst uns nicht!“, flehen Tiere von Großplakaten herab, oder es wird festgestellt: „Was Augen hat, essen intelligente Menschen nicht“ – während die Augen von Hühnern, Schweinen oder Rindern den Betrachter direkt anschauen. Zeitweise wird sogar im Fernsehen mit einem Werbe-Spot dafür geworben, auf tierische Nahrung zu verzichten. Man sieht dabei in einer Bildmontage, wie sich lebende Tiere symbolisch in blutige Fleischstücke verwandeln.

Tatsächlich schrieben Tausende von Menschen, darunter auch viele jüngere, an das Universelle Leben, das die meisten dieser Aktionen* durchführte, und bekundeten ihre Zu­stimmung. Viele äußerten, daß sie durch die Plakate, Handzettel oder Aufkleber nach­denklich geworden waren und seither kein Fleisch mehr essen.

Um auf das Leid der Tiere aufmerksam zu machen, führen Urchristen regelmäßig Demonstrationen durch mit dem Motto: „Menschen, esst kein Fleisch! Weg mit den Tierghetto-Wärtern! Nieder mit den Schlachthöfen!“ Sie beteiligen sich aber auch an anderen Demonstrationen, die z.B. die Abschaffung der Jagd zum Ziel haben oder den Protest gegen Tierversuche oder gegen sogenannte „Hubertusmessen“, bei denen Pfarrer und Priester die von Jägern erschossenen Tiere „segnen“.

 Gehören Tiere etwa nicht zur Natur?

 Nun sollte man meinen, daß die Schaffung eines Biotop-Verbundsystems, das als Privat-Initiative (!) in seiner Ausdehnung seinesgleichen suchen dürfte, oder der öffentliche Einsatz für Natur- und Tierschutz in einer Spaß- und Ellbogengesellschaft zumindest als idealistischer Einsatz für das Gemeinwohl respektiert werden. Doch den Kirchen ist offenbar jeglicher Anlauf zu einem Bewußtseinswandel der Bevölkerung ein Dorn im Auge.

An vielen Orten, an denen Plakate auftauchen, melden sich umgehend Kirchenvertreter zu Wort. So z.B. in Münchberg (Oberfranken), wo die Frankenpost (8.6.2006) das Plakat „Ihr Menschen habt uns krank gemacht – jetzt eßt ihr unsere Krankheit“ ausgemacht hat. Sogleich wird der lutherische Pfarrer und Rufmordexperte Bernhard Wolf befragt, der an der Universität Bayreuth auf Kosten des Steuerzahlers seiner inquisitorischen Arbeit nachgehen darf – in einem eigens eingerichteten „Forschungs- und Informationszentrum Neue Religiosität“:

„Was an sich harmlos und idealistisch klingt, ist für Sektenexperten eine ausgeklügelte Strategie. ‚Früher hat das Universelle Leben auf die Ökologie-Problematik gesetzt; seit einiger Zeit ist die Sekte mehr auf den Tierschutz umgestiegen und will auf diesem Weg Mitglieder werben’, sagt Bernhard Wolf.“

Diese „Experten“-Aussage ist in vierfacher Hinsicht skandalös.

Zum einen verschweigt Wolf, wer die Aufklärungsversuche des Universellen Lebens in Hinblick auf die Ökologie-Krise jahrelang mit ausgeklügelter Strategie torpediert hat – nämlich die Kirchen.

Zum zweiten offenbart der Lutheraner den „blinden Fleck“, den seine Kirche mit der Vatikankirche gemeinsam hat: Man tut so, also ob ausgerechnet die Tiere nicht zum großen „Haus“ (griech. oikos) der Ökologie gehören würden. Als ob „Tierschutz“ und „Ökologie“ ganz verschiedene Schubladen wären.

Zum dritten betreibt das Universelle Leben überhaupt keine Mitgliederwerbung. Wer die Veranstaltungen besucht, kann frei kommen und frei gehen.

Zum vierten steckt hinter seiner Aussage eine Abqualifizierung der Urchristen zu Bürgern zweiter oder dritter Klasse. Man stelle sich nur einmal vor, eine Partei, eine Gewerkschaft, eine Kirche würde sich für Tierschutz einsetzen. Würde man dann auch behaupten: „Die machen das doch nur, damit sie neue Mitglieder bekommen!“ So eine Aussage würde kaum jemand ernst nehmen. Weshalb? Weil es in einer Demokratie üblich ist, daß organisierte Verbände, Körperschaften oder Vereine Meinungen zum Tagesgeschehen formulieren und dadurch zur politischen Willensbildung beitragen. Nur die „Ketzer“, die haben dieses Recht nicht. Und warum nicht? Weil sie schon im Mittelalter, ja teilweise bereits in der Antike – siehe das Religionsedikt von Kaiser Theodosius gegen die Nicht-Katholiken von 380* – keine Bürgerrechte hatten. Und weil die Kirchen diese Verurteilung bis heute in das kollektive Bewußtsein eingebrannt haben: Wenn ein „Ketzer“ sich zu irgend etwas äußert, dann führt er auf jeden Fall etwas im Schilde. Er will dich mit seiner Ketzerei anstecken, und dann landet deine Seele in der ewigen Verdammnis, und du gerätst in die Mühle der Inquisition!

Das Mittelalter ist tatsächlich lebendiger, als man glauben möchte!

 Ab ins Ghetto mit den „Ketzern“!

 Eine Gruppe von „Ketzern“ darf sich also nicht als solche zur Tagespolitik äußern, ohne daß man ihr sofort unlautere Motive unterstellt. Die „Ketzer“ dürfen sich auch nirgends beteiligen – denn dann besteht sofort die „Gefahr“, daß sie die Aktionen anderer „unter­wandern“. So beobachtet der lutherische Berliner Rufmordexperte Thomas Gandow die Beteiligung von Urchristen an den Anti-Jagd-Demonstrationen jeden ersten Samstag in Berlin** mit „Sorge“. Das ARD-Magazin „Polylux“ (21.10.2002) berichtet denn auch (denn einem Pastor darf man ja nicht widersprechen; was würde da der Rundfunkrat sagen?) nicht über die Anliegen und Argumente der Jagdgegner, sondern ausschließlich über die „Bedenken“ der Kirche. Originalton Gandow:

„Ich kann nur jedem Tierschützer, der wirklich etwas erreichen will und der ernst genommen werden will, raten, sich von dieser Kampagne freizumachen, die die Motive und auch Gefühle von Tierschützern nur ausnutzt ...“

 Gehen wir gedanklich wieder kurz ins Mittelalter. Ein Kirchenvertreter warnt die Bevölkerung: „Macht mit den Ketzern nicht gemeinsame Sache! Laßt euch nicht mit ihnen blicken! Sonst geht es euch schlecht!“ Ein braver Katholik (oder Protestant) ist nicht da, wo sich ein „Ketzer“ aufhält. „Ketzer“ kontaminieren durch ihre Anwesenheit alles.

Im Mittelalter war es tatsächlich so, daß man einem im „Kirchenbann“ befindlichen Häretiker nicht einmal etwas zu essen oder gar Obdach geben durfte, wenn man ihm begegnete. Hier wird also eine Art „Apartheid“ angestrebt, eine möglichst umfassende Ausgrenzung und Abschiebung in ein gesellschaftliches Ghetto, in das man schon in vergangener Zeit andersgläubige Minderheiten einsperrte.

Die Worte klingen heute natürlich etwas anders als damals. Aber die Absicht ist dieselbe. Keiner der Reporter, die diese kirchliche Verleumdungsmasche übernehmen, fragt kritisch nach, ob denn auf den Demonstrationen, die angeblich „unterwandert“ werden, jemals irgend jemand religiöse Missionierungsversuche gemacht hat. Denn darauf kommt es ja aus kirchlicher Sicht auch gar nicht an.

 Umweltschützer oder Kirchenfunktionär?

 Es kommt darauf an, die Kreise der religiösen Minderheit zu stören, wo immer sie auftritt: Schlagt sie, wo ihr sie trefft, so lautet die Parole. Und auf eine Einsatztruppe können die Kirchen dabei immer setzen: auf den Bayerischen Rundfunk. Am 13.1.2003 ist es Hartmut Stumpf, der in der Sendung „Unkraut“ zum Angriff auf die Urchristen bläst. Schon seine Anmoderation hat eine schwere kirchliche Schlagseite:

„Es ist die Sehnsucht nach Frieden und Harmonie, die die Menschen in die Natur zieht – ein Bedürfnis, das viele auch im Alltag verspüren. Und Jahrhunderte lang gaben hier die christlichen Kirchen Orientierung, Lebenshilfe und Heimat.“

Eine klare Geschichtsfälschung! Ein Blick in die Geschichte zeigt, daß die Kirchen weder den Frieden mit der Natur noch denjenigen unter den Menschen gefördert haben.

 „... Und trotzdem tun sie sich zunehmend schwer, ihre Mitglieder zu halten. Nicht etwa, weil Religiosität brach liegt, nein: Manche Menschen möchten sie woanders ausleben.“

Man spürt richtig den Schmerz eines kirchlich indoktrinierten Fernsehreporters über die „verlorenen Seelen“.

„Im harmlosesten Fall noch in irgendwelchen esoterischen Kreisen ... Und im schlimmsten Fall bei jenen falschen Propheten, die mit einem Bauchladen der Glücks­gefühle und Heilslehren die Menschen in ihre Abhängigkeit und Unterdrückung bringen wollen.“

In dem auf diese Anmoderation folgenden Beitrag bringt Angela Scheele-Mentner die altbekannte Behauptung, „daß Tierschutz und Ökologie für das 'UL' willkommene Themen sind, um neue Anhänger zu ködern.“ Woher diese Behauptung stammt, wird auch gleich klar, denn Pfarrer Behnk kommt zu Wort. Für ihn stehe fest: „Obskure Seelenfänger versuchen immer häufiger, über die Esoterik und Ökoszene Menschen anzulocken.“

 Dann hat Stumpf das letzte Wort. Mit erregter Stimme holt er zum finalen Schlag aus:

„Vom Eso-Schmus zur Psychosekte ist nur ein ganz kurzer Weg. Religion verkommt dort zur bloßen Kulisse. Dahinter steckt eine neue Form von Extremismus: aggres­siv, totalitär, extrem gefährlich.“

Kirche und Fleisch-Lobby:
gemeinsam gegen Vegetarier

 Man muß es sich nochmals bewußt machen: Da wird gegen Menschen gehetzt, die gegen das Töten sind, die für Natur und Tiere eintreten und ein privates Bio­topverbundsystem angelegt haben.

Doch sie haben eben – und das ist ihre „Todsünde“ – das „falsche“ Gebetbuch. In den Rundfunkgesetzen aller Bundesländer ist klar festgelegt, daß durch die Beiträge der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten keine Minderheiten diskriminiert werden dürfen. Doch Papier ist bekanntlich geduldig. Einklagbar ist diese Vorschrift in unserem „Rechtsstaat“ nicht. Die Urchristen haben das erfahren müssen.

Die „Unkraut“-Sendung wurde etwas ausführlicher zitiert, um beispielhaft zu zeigen, was immer wieder über die Mattscheibe flimmert. Wen wundert es da, daß auch die Metzger bequem auf kirchliche Munition zurückgreifen, um gegen die erwähnte Fernsehwerbung für vegetarische Ernährung in Stellung zu gehen. Der Deutsche Fleischer-Verband behauptet in einer Presseerklärung einfach, daß hier „unter dem Deckmantel der vegetarischen Lebensweise mittelbar für eine Sekte geworben“ werde. Dabei wurde die Werbung gar nicht vom Universellen Leben, sondern vom Lebe-gesund!-Versand in Auftrag gegeben, der vegetarische Lebens­mittel vertreibt.

In dasselbe Horn stößt auch der Deutsche Bauern-Verband, der offenbar die Einnahmen der Schlachtviehhalter bedroht sieht. In einer Erklärung vom 6.3.2003 sprechen die Verbandsbauern vom „Sektenmilieu“ und berufen sich auf die Baden-Württembergische SPD-Landtagsabgeordnete Carla Bregenzer, eine fanatische Lutheranerin*, die ihrerseits die ARD-Intendanten auffordert, den Werbevertrag für diesen Spot nicht zu verlängern.

Diese Entscheidung nahm der Fernseh-Chefetage zunächst das Landgericht Würzburg ab, das einer Klage des „Vereins gegen Unwesen im Handel und Gewerbe Köln e.V.“ stattgab und den Spot untersagte. „Die Bildfolge löse schockartige Gefühle des Ekels und des Abscheus aus. Das würde den Wettbewerb beeinträchtigen und die Fleischindustrie benachteiligen.“** Erst nach zweijährigem Rechtsstreit hob das Oberlandesgericht Bamberg das Urteil wieder auf:

„Das Gericht stellt fest, daß im Rahmen der freien Meinungsäußerung auch drastische Hinweise auf die Behandlung der Tiere durch die Menschen zum Zwecke des Fleisch-genusses erlaubt sind. Der Vorgang des Schlachtens sei allen bekannt und werde durch die Werbung nur drastisch ins Bewußtsein gehoben. ‚Es mag sein’, führt das Gericht aus, ‚daß zahlreiche Verbraucher die Entstehungsgeschichte von Fleisch und Wurst aus ihrem Bewußtsein ausblenden und hieran nicht erinnert werden wollen.’ Dies sei aber kein Belang für die Einschränkung des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung.“*

 Auch in anderen Fällen müssen Urchristen vor Gericht um das Recht kämpfen, ihre Mitmenschen mit den anklagenden Augen ihrer Mitgeschöpfe, der Tiere, zu konfrontieren. In Berlin steigen die Verkehrsbetriebe plötzlich aus einem bereits abgeschlossenen Werbe­vertrag wieder aus, wonach in der U-Bahn das Plakat „Was Augen hat, essen verantwortungsbewußte Menschen nicht“ aufgehängt werden sollte. Vor Gericht berufen sich die Behördenvertreter darauf, daß der Berliner Senat – auf Betreiben der Kirchen, versteht sich – im Jahre 1997 vor dem Universellen Leben gewarnt habe. Nach einem halben Jahr, im Oktober 2003, urteilt das Amtsgericht Schöneberg, daß der Vertrag eingehalten werden müsse. Das Universelle Leben sei „nicht verboten, und seine Aktivitäten sind weder verfassungswidrig noch strafbar.“

Doch was ist das für ein Land, in dem solche Selbstverständlichkeiten immer wieder vor Gericht eingeklagt werden müssen? Wobei hier anzumerken ist, daß die beiden zuletzt genannten Gerichtsurteile eher Ausnahmen darstellen. In zahlreichen anderen Fällen war und ist die Justiz hingegen nicht bereit, gegen den Strom eines kirchlichen geprägten „Zeitgeistes“ zu schwimmen.*

Fest steht, daß den Urchristen bei ihrem publizistischen Einsatz für die Tiere immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen wurden, sei es durch TV-Sender, Zeitungsredaktionen oder langwierige Gerichtsverfahren, mit denen sie sich ihre Rechte erkämpfen mußten. Nicht viel besser sah es auf dem „Friedvollen Land“ aus.

 Wo aktiver Klimaschutz bekämpft wird

 Von Beginn an werden die Aktivitäten der Urchristen rund um das Gut Terra Nova bei Würzburg von den Medien kaum zur Kenntnis genommen oder gar gewürdigt, sondern fast ausschließlich hämisch und abfällig kommentiert. Was ein „Ketzer“ tut, so lehrt es die Kirche, das kann gar nicht gut, geschweige denn vorbildlich sein.

Dabei wird auf Terra Nova in geradezu vorbildlicher Weise aktiver Klimaschutz betrieben. Die Vernetzung von Lebensräumen wird im Naturschutzgesetz von 2002 sogar als Aufgabe des Staates festgelegt – der dafür allerdings kaum Geld bereitstellt.

Kernstück des auf Terra Nova angelegten Biotop-Verbundsystems sind Hecken, die sich in einem Wall von aufgeschichteten Ästen selbst herausentwickeln und zusätzlich durch beidseitig angepflanzte Bäume und Sträucher geschützt werden („Benjes-Hecken“). Dies wirkt der „Verringerung der Biodiversität“ entgegen, die im kirchlichen Klimapapier (S. 30) als eine der Folgen des Klimawandels beklagt wird. Tiere und Pflanzen können sich entlang solcher „Finger des Waldes“ (wie man Hecken auch nennt) ungestört ausbreiten oder sich – falls sie durch kleinteilige Klimaänderungen verdrängt werden – neue Lebensräume su­chen.

Auch „Aufforstung“ wird im Klimapapier (S. 54) ausdrücklich als Maßnahme zur Ver-ringerung des Klimawandels genannt. Doch die zahlreichen Aufforstungsflächen rund um Terra Nova werden in der Presse eher negativ dargestellt. Dem Main-Post-Journalisten Tilman Toepfer sind sie wegen der – behördlich vorgeschriebenen – Umzäunung ein Dorn im Auge, die er groß ins Bild bringt.* Die zur Entwicklung von Hecken aufgeschichteten Äste bezeichnet er als „überdimen­sionale Schutzwälle“.** Damit macht sich der Reporter zum Sprecher der lokalen Jagd-Lobby, die durch solche, die Landschaft bereichernden Maßnahmen ihr Schußfeld eingeschränkt sieht. Von dieser Lobby wird gleich noch die Rede sein.

 Zunächst machen es andere Toepfer nach. Auch SAT1 (Live aus Bayern, 2.12.05) findet auf Terra Nova nicht, wie täglich Dutzende von Spaziergängern aus der Umgebung, ein kleines Paradies kleinteiliger Lebensräume, sondern nur „Überwachungskameras, Zäune, Schranken“. Moderator Ralf Exel bezeichnet das Gelände als „Hochsicherheitstrakt mitten im Niemandsland“. Als ob es nicht auf Tausenden von Bauernhöfen – meist von Amts wegen vorgeschrieben! – Zäune um Viehweiden, Schonungen und Obstplantagen gäbe und Schranken zur Beschränkung des Fahrverkehrs.

Als die urchristlichen Landwirte im Februar 2004 einen Apfel- und Olivenhain anlegen, lockern sie, um Platz zu schaffen, eine Hecke auf, indem sie einige Bäumchen und Sträucher behutsam ausgraben und an anderer Stelle wieder einpflanzen. Als Tilman Toepfer von den Vorgängen Wind bekommt, schreibt er in der Main-Post (19.2.2004) von einer „Rodungs-Aktion“, die im Widerspruch stehe zur Bergpredigt, und höhnt: „Mißt man sie an ihren Worten ..., dann müßten sie noch heute taub sein vom Wehgeschrei der Bäum­chen, als sie Hand an sie legten.“ Am nächsten Tag muß die Main-Post kleinlaut einräumen, daß die angebliche Dramatik des Geschehens frei erfunden war.

Doch zynische Reporter wie Toepfer dürfen in Provinzblättern wie der Main-Post weiterhin ihrem Diskriminierungshandwerk nachgehen – der Verleger Stefan von Holtzbrinck im fernen Stuttgart läßt ihn gewähren.

 Eine „ketzerische“ Hecke wird gerodet

 Genau ein Jahr später war es dann die angrenzende Gemeinde Hettstadt, die tatsächlich eine brutale Rodungsaktion durchführen ließ. Mehrere Meter Hecke wurden von Bulldozern ausgerissen, weil sie ein paar Quadratmeter mit bedeckten, die den Urchristen nicht gehörten. Die konnten freilich nichts dafür, weil der Wegverlauf an dieser Stelle schon seit vielen Jahren – also bereits unter dem Vorbesitzer des Gutes – von den Grundstücks-grenzen abwich. Die benachbarten Landwirte hatten eine „Abkürzung“ benutzt, die dann stillschweigend zum „Gewohnheitsrecht“ wurde. Alle Versuche, die irrtümlich bepflanzten Areale zu erwerben oder zu pachten, schlugen fehl. Hier sollte ein Exempel statuiert werden: Ketzer haben in den Augen der Kirche keine Existenzberechtigung; und wenn man sie heutzutage schon nicht mehr „ausmerzen“ darf, so doch wenigstens ihre Hecken!

Ein Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Würzburg hatte – laut Main-Post (26.2.2005) – übrigens noch versucht, die Hecke zu retten, indem er sie als „schützenswert“ einstufte. Doch der Jurist des Amtes habe anders entschieden. Kein Wunder: Der Chef des Landratsamts ist Landrat Waldemar Zorn, CSU-Politiker und zeitweise Kirchenfunktionär, der die urchristlichen Siedler bereits zu Beginn der 90er Jahre aus „seinem“ Dorf vertrieben hatte.*

Das alles klingt wie eine Provinzposse und ist auch eine, allerdings mit ernstem Hintergrund: Jede Lebensäußerung eines „Ketzers“ wird in unserem Land nach Kräften behindert, und sei sie noch so positiv – ja gerade dann mit besonderem Eifer.

Da hat dann ein örtlicher Feldgeschworener nichts Besseres zu tun, als nachzumessen, ob bei der Anpflanzung der Pappeln links und rechts der Zufahrt zum Hofgut auch die „Grenzabstände“ eingehalten wurden und die teilweise Nichteinhaltung bei der Gemeinde zu „monieren“. Die Landwirte bieten daraufhin der Gemeinde an, ihr die Bäume zu schenken. Doch darf man als braver Katholik so einfach das Geschenk von „Ketzern“ annehmen? Als sich die „Diskussion“ darüber über Monate hinzieht, graben die Urchristen kurzerhand ihre urchristlichen Pappeln wieder aus und pflanzen sie um. Aufregung gab es dann nicht wegen des unverständlichen Verhaltens der Gemeinde, sondern wegen eines Schildes, das zeitweise an Stelle der ausgepflanzten Bäume aufgestellt wurde, um die Passanten über den Sachverhalt zu informieren.*

 An derselben Zufahrt stellten die Betreiber des Hofguts auch Schilder auf, mit denen die Autofahrer aufgefordert wurden, auf Tiere Rücksicht zu nehmen und langsam zu fahren. Auch diese Schilder mußten auf Geheiß des Landratsamts entfernt werden.

 „Ketzer“ darf man nicht gut finden

 Wer sich den Angehörigen der religiösen Minderheit nähert, sich mit ihnen „verbrüdert“, indem er sich ganz normal verhält, auch mal sagt, daß ihm etwas gefällt, der ist ein „Kollaborateur“ und macht sich verdächtig.

Als es die Ortsgruppe Hettstadt des Bundes Naturschutz wagt, das Biotopverbund-system unabhängig von irgendwelchen religiösen Erwägungen einfach nur gut zu finden, erklären Bürgermeister Eberhard Götz (SPD) und Reporter Tilman Toepfer aus „Protest“ ihren Austritt.* Und wer Grundstücke an das urchristliche Hofgut verkauft, muß im Nachbardorf bis zum heutigen Tag darauf gefaßt sein, daß man sich in der Gastwirtschaft nicht mehr zu ihm an den Tisch setzt und auf der Dorfstraße die Seite wechselt, wenn er des Weges kommt.

 Daß das Friedvolle Land dennoch mit der Hilfe vieler Unterstützer aus dem In- und Ausland ständig weiter wächst, kann man unter diesen Umständen nur als Wunder bezeichnen. Es ist, als ob die kirchlichen Drahtzieher im Hintergrund verbissen um jeden Quadratmeter Land kämpfen würden, der ihrer Einflußnahme entzogen wird und auf dem friedliebende Menschen zeigen, wie man die „Sünden“ einer technokratischen Flurbereinigungs-Vergangenheit in kürzester Zeit mehr als wiedergutmachen kann.

Deshalb werden auch immer wieder Fernsehteams in die fränkische Provinz geschickt. Die Wirkung des Feindbildes „böse Sekte“ könnte sonst zu rasch erlahmen. Gleich zweimal in wenigen Jahren ist es das Magazin „Quer“ des – wie könnte es anders sein – Baye­rischen Fernsehens, das für die nötigen Querschläger sorgt. Moderator Christoph Süß „erklärt“ den Zuschauern die katholische Sicht der Dinge ...

„Wenn sie in Würzburg oder der unmittelbaren Umgebung wohnen, dann sollten Sie dankbar sein. Und warum? Ganz einfach: Wenn die Welt untergeht, dann bleiben Würzburg und Umgebung verschont. Das glauben Sie nicht? Das sagen aber die Anhänger von Uni­verselles Leben ...“ (21.6.2001)

... und hält sich damit an die alte Inquisitorenweisheit: Etwas Neues braucht uns nicht einzufallen; wir müssen nur die altbekannten Unwahrheiten und Verleumdungen („obskure Psychosekte“ usw.) oft genug wiederholen. In der Sendung kommt auch der lutherische Rufmordbeauftragte Rudi Forstmeier zu Wort.

 Die Inquisitionshelfer dürfen ins Fernsehen

 Fünf Jahre später moderiert Christoph Süß wie folgt:

„Der Weltuntergang ist übrigens in den letzten Jahrhunderten immer wieder mal geweissagt worden. Bislang hat’s nicht geklappt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und es gibt auch immer wieder Mitmenschen, die an ein nahendes Ende glauben, trotz aller störenden Fakten – z.B. die Sekte Universelles Leben ...“ (6.7.2006)

Viel Neues hat er sich also nicht einfallen lassen, der bekennende Katholik Süß, der sonst so viel auf seine Kreativität hält. Klingt eher nach einer „Pflichtübung“, die ihm da wieder mal zugeteilt wurde.

 Die Reporterinnen Barbara Hoffmann und Katharina Schickling brachten auch dieses Mal wieder ähnliche katholische Nachbarn als Helfershelfer der Inquisition vor die Kamera. Da durfte sich der Hettstädter Jäger Norbert Gram beklagen, daß er beim Jagen gestört worden sei. (Wie oft er selbst durch nächtliche Schüsse die Hofruhe gestört hatte, blieb unerwähnt.) Da durfte der Gemeinderat und Polizist German Keller eine amtlich aussehende Karte ausbreiten (woher er die wohl hatte?), um zu zeigen, welche Grund­stücke die „Sekte“ schon gekauft hat. (Als ob es in unserem Land anrüchig oder verboten wäre, Land zu kaufen.)

Das Phänomen gab es auch schon im Mittelalter: Eifrige Katholiken, die erst ihre Mitmenschen denunzierten und dann mithalfen, das Holz zu den Scheiterhaufen zu tragen. Die „Scheiterhaufen“ unserer Zeit, das sind die Fernsehsendungen, in denen vor sensa­tionsgierigem Publikum nach Bedarf Medien-“Hinrichtungen“ stattfinden. Der Helfers-helfer bekamen damals einen Ablaß – heute bekommen sie zum Dank die „Ehre“, auch mal im Fernsehen gewesen zu sein ...

Wie Abschreckung
in der Mediengesellschaft funktioniert

 Die Autodafés der Inquisition dienten nicht nur der Beseitigung von „halsstarrig“ gebliebenen „Ketzern“. Sie dienten in fast noch größerem Maße der Abschreckung: „Seht her, wie es euch ergeht, wenn ihr vom rechten Glauben abfallt!“

Heute läuft das etwas subtiler, aber gleichwohl wirkungsvoll ab: Das „Quer“-Fernseh-team baut sich in München vor einem Marktstand auf, an dem Brot und Gemüse aus Friedfertigem Anbau verkauft werden. (Wenige Wochen zuvor wurden in eben dieser Stadt die Betreiber solcher Marktstände als „dubiose Sekte“ an den Pranger gestellt). Nun werden die Kunden und Kundinnen, die gerade eingekauft haben, vor laufender Kamera befragt: „Wissen Sie, daß da eine Sekte dahintersteckt?“ Diese Bilder werden dann in der Sendung ausgestrahlt. Manche Kunden, so ist zu sehen, reagieren ausweichend oder versuchen sich zu rechtfertigen (als ob man das müßte, wenn man auf dem Markt gesunde Lebensmittel einkauft!). Eine Kundin jedoch sagt: „Nein, das wußte ich nicht. Dann kauf ich nichts mehr ein.“

„Bravo“, lautet der unausgesprochene Tenor der Sendung: „Das ist die richtige, die katholische Reaktion!“ Gleichzeitig wird den Zuschauern vermittelt: Wenn ihr da einkauft, dann werdet auch ihr womöglich eines Tages von der Inquisitions-Ausführungsbehörde Bayerischer Rundfunk vor laufender Kamera zur Rede gestellt. Wollt ihr das riskieren?

 Wer sich wehrt, soll eingeschüchtert werden

 Wer über solche und ähnliche Vorgänge die Öffentlichkeit informieren und gegen die moderne Inquisition protestieren will, den versucht man ebenfalls einzuschüchtern. Nachdem Pfarrer Wolfgang Behnk im März 2006 in der Bild-Zeitung gegen einen Marktstand der Firma Gut zum Leben gehetzt hatte, unterzeichnete ein Urchrist, der an diesem Tag an eben diesem Stand gearbeitet hatte, ein Flugblatt, das er gemeinsam mit Kollegen verfaßt hatte. Darin wurde die Lutherkirche als „Inquisitionssekte“ bezeichnet, die gegen Aussteiger aus den Kirchen „mit Rufmord, Ehrabschneidung und geschäftsschädigender Verleumdung“ arbeite. Außerdem habe sie sich noch nicht von ihrer antisemitischen Vergangenheit distanziert.

Dem Unterzeichner des Flugblatts wurde daraufhin einige Wochen später um sieben Uhr morgens die Polizei in die Wohnung geschickt, um eine „Hausdurchsuchung“ vorzunehmen – eine völlig überzogene Maßnahme, da er die Unterzeichnung nicht leugnete und die Verteilung des Flugblatts längst abgeschlossen war. Die Lutherkirche hatte ihn wegen „Beleidigung“ angezeigt. Der Vorgesetzte von Behnk, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, war nämlich auf dem Blatt ausdrücklich als Verantwortlicher für das Treiben seines „Experten“ benannt worden. Und das lieben die Hierarchen nicht, die für gewöhnlich andere die „Drecksarbeit“ erledigen lassen.

Obwohl das Flugblatt im Rahmen eines sogenannten „Gegenschlags“ – so der juristische Fachausdruck – durch das Recht auf Meinungsäußerung gedeckt war, eröffnete das Amtsgericht Würzburg – das bereits die Hausdurchsuchung genehmigt hatte – ein Strafver­fahren, das bis zur Drucklegung dieses Buches noch nicht abgeschlossen ist.

Bezeichnend ist dabei, daß derselbe Staatsanwalt, Dr. Dietrich Geuder, der hier trotz mehr als wackliger Rechtslage umgehend ein Strafverfahren in Gang setzte, in mindestens zwei Fällen Strafanzeigen der Urchristen gegen ihre Verfolger als „unbegründet“ zu­rückwies.

Im Jahr 1998 etwa zeigten die Urchristen den lutherischen Inquisitionsgehilfen Thomas Müller an, der ohne jeden Anhaltspunkt behauptet hatte, es bestehe die Gefahr, daß eine von Urchristen betriebene EDV-Firma Daten von Klienten weitergebe. Die Firma wurde aufgrund dieser Verdächtigungen, die auch von Pfarrer Behnk geäußert wurden, bald darauf in den Ruin getrieben. Dr. Geuder stellte die Strafanzeigen wegen übler Nachrede und Geschäftsschädigung ein, weil es sich bei Müllers Äußerungen um „Werturteile“ gehan­delt habe – obwohl das Landgericht Aschaffenburg zuvor festgestellt hatte, daß Müller falsche Tatsachenbehauptungen von sich gegeben hatte.

Und im Frühjahr 2006 stellte wiederum derselbe Staatsanwalt die Ermittlungen ein, als die Urchristen sich mit einer Strafanzeige gegen die üble Hetzarbeit einer fanatischen Polit-Splittergruppe zur Wehr setzen wollten, die im Internet dazu aufrief, Plakate der Urchristen gegen die Fleischernährung zu überkleben oder anderweitig zu beschädigen. Dr. Geuder erkannte hierin keinen Aufruf zur Sachbeschädigung, sondern nahm die Fanatiker sogar noch in Schutz: Sie hätten ja nur zu „kreativem Protest“ aufgerufen.

 „Das Maß ist voll“

 Man muß sich dabei vor Augen halten: Fast 30 Jahre lang haben Kirchenvertreter das Universelle Leben und insbesondere seine Prophetin jahrein, jahraus beschimpft und beleidigt, ohne daß die Staatsanwaltschaft auch nur ein einziges Mal ein Verfahren gegen die Verleumder eingeleitet hätte. Die Urchristen versuchten immer wieder ohne Erfolg, auf diesem Weg ihre Rechte wahrzunehmen. Aber kirchliche Ehrabschneider genießen – im Gegensatz zu deren Opfern – offenbar bei der deutschen Justiz noch immer besonderen Schutz.

Als Gabriele, die nach Überzeugung der Urchristen die Prophetin und Botschafterin Gottes für unsere Zeit ist, 70 Jahre alt wurde, brachte Tilman Toepfer in der Main-Post (7.10.2003) einen hämischen Artikel, in dem er, wie immer, einige abgedroschene Verunglimpfungen einbaute. Gabriele trat daraufhin mit einer Erklärung mit dem Titel „Das Maß ist voll – Der Krug ging lange genug zum Brunnen“ an die Öffentlichkeit.

Die Anwälte der Urchristen versuchten daraufhin nochmals, wenigstens die gröbsten Verleumdungen gegen das Universelle Leben vor Gericht untersagen zu lassen. Doch die Gerichte verweigerten ihnen schlichtweg die „Klagebefugnis“, ein formeller Trick, der immer dann angewandt wird, wenn man sich mit einer Sache inhaltlich nicht auseinandersetzen will – oder darf?

Die Stimmungsmache zeigt Wirkung

 Mit der Inquisition ist nicht zu spaßen, das „wissen“ viele Menschen ganz unwillkürlich, weil das kollektive Unterbewußtsein auch die Erinnerung an das Mittelalter beinhaltet. Politiker sind da besonders vor­sichtig – und Zivilcourage ist unter ihnen noch seltener zu finden als in der Gesamtbevölkerung. Dies zeigt sich, als die Landwirte von Terra Nova der Nachbargemeinde ein großzügiges Angebot machen. Sie schlagen vor, ein Jagdrevier, dessen Pachtvertrag ausläuft, nicht neu zu verpachten – möglicherweise an den unbe­rechenbaren Jäger Gram –, sondern es als Gemeinde selbst zu bejagen und die Jagd zwei altgedienten Jägern zu überlassen, die sich zumindest als korrekt erwiesen haben. Die Landwirte bieten der Gemeinde an, die entgangene Jagdpacht für das unmittelbar an Terra Nova angrenzende Gebiet zu ersetzen, und zwar in doppelter Höhe.

Doch niemand in der Jagdpächterversammlung (25.4.2006) traut sich, dieses Angebot auch nur zu prüfen. Lieber nimmt man in Kauf, daß eine Neuverpachtung – aufgrund der Sperrminorität der anwesenden Urchristen, die dort Grundstücke besitzen – unterbleibt und die Gemeindekasse auf diese Weise völlig leer ausgeht. Die Stimmung in der Versammlung war zuvor noch durch ein anonymes Flugblatt angeheizt worden, in dem gezielt Angst vor den urchristlichen Nachbarn geschürt wurde: „Denkt an unsere Heimat an Wald und Flur. Auch unsere Kinder und Enkel wollen hier noch in Frieden leben.“

 Die ersten Opfer: die Tiere

 Damit sind wir bei dem Schauplatz, der von einer Seilschaft von Jägern, Politikern, Journalisten und Kirchenvertretern für den finalen „Showdown“ gegen das Friedvolle Land der Urchristen vorgesehen ist bzw. war: die Jagd. Wie kann man ein Land zerstören, auf dem der Friede zwischen Mensch, Natur und Tieren im Vordergrund steht? Indem man dort möglichst viele Tiere abknallt!

Zunächst fällt auf, daß in unmittelbarer Umgebung des Hofguts Terra Nova immer wieder angeschossene und qualvoll verendete Tiere aufgefunden werden: ein Wildschwein ohne Unterkiefer, ein anderes mit nur drei Beinen, eine trächtige Bache mit Bauchschuß und toten Föten im offenen Bauch, ein Fuchs ohne Beine, ein durch Rattengift verendeter Pfau, der auf dem Hof gelebt hatte ... Oder daß Tierkadaver offenbar als Köder ausgelegt werden. Die Untere Jagdbehörde erteilte den schießwütigen Jägern um Norbert Gram extra eine Sondergenehmigung, daß auch während der Schonzeit Wildschweine (mit Ausnahme führender Bachen) geschossen werden durften. Zahlreiche Tiere flüchteten angeschossen in das Revier des Hofes, wo sie verendeten.

In mindestens einem Fall wurde ein angeschossenes Tier sogar bis in das Hofrevier verfolgt und dann weggeschafft – was normalerweise den Straftatbestand der Wilderei erfüllt.

Dies war jedoch nur das Vorspiel zu einer weit größeren Auseinandersetzung. Denn Gram hat einflußreiche Freunde. Der Filz zwischen Jagd, Politik und Kir­che ist beträchtlich ...

 

 Schießbefehl im Friedensreich?

 

Im November 2004 überflog völlig unangemeldet ein eigens dafür ausgeschickter Hubschrauber das Hofgut und machte mit einer Wärmebildkamera angeblich 120 Wildschweine rund um die Hofstelle ausfindig. Unberücksichtigt blieb dabei, daß sich in den Wäldern und Weiden rund um das Gut auch Weidetiere wie Kühe aufhalten, von denen zahlreiche durch den tief fliegenden Hubschrauber erschreckt wurden und panikartig in die zu ihren Weiden gehörigen Waldstücke flüchteten. Mit einer Wärmebildkamera kann man Kühe von Wildschweinen aber kaum unterscheiden. Unberücksichtigt blieb auch, daß in den Nächten vor diesem Hubschraubereinsatz an den Reviergrenzen besonders fleißig geballert wurde: Etwa um die Wildtiere in ein bestimmtes Gebiet zu treiben?

Oswald Rumpel, Leiter der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt Würzburg (Vorgesetzter: Waldemar Zorn), hatte jedenfalls den erwünschten Anlaß konstruiert. Er verlangte Ende November 2004 von den zuständigen Jagdpächtern des zum Hofgut gehörigen „Eigenjagdreviers“, jeden Monat 18 Wildschweine abzuschießen. Und bewehrte diesen Bescheid mit der Androhung eines monatlichen Zwangsgeldes von 10.000 Euro bei Zuwiderhandlung.

Die Begründung Rumpels für diese Gewaltmaßnahme war allerdings reichlich dürftig: Es gebe zunehmende Wildschäden durch Wildschweine auf den umliegenden Feldern. Dabei gehören diese Felder fast alle zum Gut Greußenheim selbst, dessen Landwirte sich nie über Wildschäden beschwert hatten. Die Felder an­derer Landwirte waren durch Elektrozäune geschützt, so daß auch hier keine Schäden geltend gemacht werden mußten.

Zum anderen behauptete die Jagdbehörde, es bestehe Seuchengefahr; die Schweinepest drohe. Dabei konnte in weitem Umkreis davon keine Rede sein. Und Fachleuten ist längst bekannt, daß derartige Tierseuchen – hierzu gehört übrigens auch die berüchtigte Vogelgrippe – nicht in Wildbeständen, sondern einzig in der Massentierhaltung ihren Ausgangspunkt haben.

Wie sehr einige der ansässigen Jäger angesichts friedlicher Urchristen um die Ausübung ihres blutigen Hobbys fürchten, kommt in der Aussage eines Jagd­genossen von Gram, Helmut Brandt aus Roßbrunn, zum Ausdruck, der am 18.7.2004 in Anwesenheit eines urchristlichen Ohrenzeugen den Ausspruch tat: „Ich wünsche mir die Schweinepest.“

Brandt gehört zu einer Jägerclique, deren Wortführer der Würzburger Jäger Dr. Lehmann-Tolkmitt ist. Mit von der Partie ist auch der Präsident des Bayerischen Jagd­verbands und CSU-Landtagsabgeordnete Dr. Jürgen Vocke, der im Jahr 2005 wegen seines raffgierigen Finanzgebarens in die Schlagzeilen geriet. Diese Clique hatte vor Ankunft der urchristlichen Landwirte im Umfeld des Gutes nach Belieben geschaltet und gewaltet. Dies war nun nicht mehr so einfach möglich. Auf dem Spiel standen offenbar auch die zahlreichen Zuschüsse, die Lehmann-Tolkmitt als Mitglied zahlreicher Kuratorien sich und seinen Jagdgenossen für „för­derungswürdige Projekte“ (wie z.B. „Lebensraum Brache“) zuschanzen konnte.

 

„Unter dem Auferstehungskreuz
wird nicht geschossen!“

 

Die Landwirte des Gutes setzten sich gegen diesen Schießbefehl kurz vor Weihnachten – der Zeitpunkt ist sicher kein Zufall – publizistisch und juristisch zur Wehr.

In Extrablättern („Unter dem Zeichen des Auferstehungskreuzes der Urchristen, das Leben bedeutet, wird nicht geschossen“) klärten sie die Bevölkerung der umlie­genden Orte über die Hintergründe auf – denn die örtliche Main-Post hatte unter Federführung von Tilmann Toepfer vor allem die Desinformationen der Jäger verbreitet. Vor Gericht klagten sie gegen die angebliche „Eilbedürftigkeit“ des erlassenen Bescheids. Das Verwaltungsgericht Würzburg wies in erster Instanz – einen Tag vor Weihnachten! – die Beschwerde gegen den Sofortvollzug zurück – mit der zynischen „Begründung“, der Bestand der Wildtiere werde sich nach den Abschüssen, und seien sie auch unnötig gewesen, schon wieder erholen ...

Kurz nach Weihnachten wurde erneut ein Hubschrauber losgeschickt. Der Januar 2005 brachte dann eine unerwartete Wende – oder zumindest eine Atem­pause. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hob die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Würzburg wieder auf: Der Sofortvollzug war ausgesetzt. Dem Gericht leuchtete einfach nicht ein, daß eine Eilbedürftigkeit vorhanden sein sollte, wo doch von einem Ausbruch der Schweinepest weit und breit keine Spur zu sehen war.

Doch so rasch gab die Jägerlobby nicht auf. Just zur nächsten Weihnachtszeit 2005 kündigte die Jagdbehörde weitere Hubschrauberflüge an, um wiederum den „Schwarzwildbestand“ zu ermitteln. Leiter Oswald Rumpel sprach laut Main-Post (29.12.2005) von einer „explosionsartigen Vermehrung der Schwarzkittel“; der Bestand müsse „verkleinert“ werden. Als der Polizeihubschrauber dann am 12. Januar – natürlich wieder unangemeldet – das Gelände erreichte, überflog er den Wald, in dem sich die Wildschweine angeblich aufhielten, nur kurz, um sich dann um so länger über dem eigentlichen Hofgelände aufzuhalten. Die auf den an­grenzenden Weiden grasenden Rinder flohen in wilder Panik und rissen einen Zaun nieder. „Ein Einschüchterungsversuch“, urteilte ein Beobachter der Szene, „eine deutliche Drohgebärde nach dem Motto: ‚Euch kriegen wir noch klein’“.

 

 Demonstration gegen die „Massaker-Bruderschaft“

 

Um die Pläne der Waidmanns-Clique offenzulegen und zu durchkreuzen, entschlossen sich die urchrist­lichen Landwirte zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie riefen die Bevölkerung zu einer Demonstration in der Würzburger Innenstadt auf.

Der „Tiermassaker-Bruderschaft“, so eine der Hauptforderungen, müsse das Handwerk gelegt werden. Die Landwirte forderten, einem anderen Landratsamt un­terstellt zu werden, solange der katholische Landrat Waldemar Zorn dort die Interessen der Jäger über diejenigen der Allgemeinheit stelle. Außerdem forderten sie erneut das Recht, auf ihrem eigenen Grund und Boden selbst über die Ausübung oder Nichtausübung der Jagd entscheiden zu dürfen.

Die Demonstration am 28. Januar 2006 erwies sich als eine eindrucksvolle Kundgebung für das Lebensrecht der Tiere, die dem Menschen anvertraut sind. Über tausend Menschen, darunter auch zahlreiche Tier­freunde aus dem Ausland (Österreich, Schweiz, Italien, Slowenien, Kroatien u.a.), zogen durch die Innenstadt mit Transparenten, auf denen die Hauptdrahtzieher benannt und ein Ende des Jagdzwangs gefordert wurde. Bei der Schlußkundgebung auf dem Würzburger Marktplatz wurden zahlreiche Solidaritäts­äußerungen von Tierschutzverbänden aus der ganzen Welt verlesen, vor allem aus Lateinamerika, Afrika und Südeuropa.

 

 Munition für Wirrköpfe

 

Wie wichtig diese internationale Unterstützung ist, zeigte sich nicht nur im Verfahren selbst, in welchem das geplante Massaker an den Wildschweinen bis zur Stunde verhindert werden konnte. Nur eine wachsame internationale Öffentlichkeit kann auch ein Gegengewicht bilden zu der Kampagne, die in altbewährter Manier friedliebende Menschen zu Außenseitern stempeln soll. Die Politiker, Journalisten und Kirchenvertreter, die eine solche Kampagne lostreten, geben vor, nur „Kritik üben“ zu wollen. Während sie ihre Hände in Unschuld zu waschen versuchen, sind die ersten Auswirkungen ihrer Kampagnen schon eingetreten.

 

In jeder Bevölkerung gibt es wirre Köpfe, die nur allzugern die von den „Saubermännern“ angebotenen Feindbilder aufgreifen, um ihre Neurosen und Psychosen daran auszuleben. Am 20.7.2002 etwa schleichen zwei Gestalten in Tarnhosen, Stiefeln und olivgrünen T-Shirts durch die Umgebung des Hofguts. Die herbeigerufene Polizei findet im Auto der beiden „Möchte­gern-Rambos“ (so die Main-Post, 14.2.2003) unter anderem Tarnschminke, eine Sturmhaube und eine funktionstüchtige Pistole.

Vor Gericht erzählt einer der jungen Männer später, er habe auf dem Weg von einem Schießstand zum anderen mal eben bei diesem Hof „vorbeigeschaut“, „weil ich im Internet und in der Zeitung gelesen habe, daß der Sicherheitsdienst dieser Glaubensgemeinschaft für sein offensives Vorgehen bekannt ist.“ Als ein Vertreter des Gutes den „Rambo“ nach der mit einer Geldstrafe endenden Verhandlung anspricht, erklärt dieser geringschätzig: „Wenn ich Ihnen wirklich was hätte tun wollen, dann wären Sie heute nicht mehr hier“ (ebenda).

Das ist keineswegs der einzige Zwischenfall dieser Art. Am 21. Dezember 2003 werden auf der Straße, die zum Hofgut führt, ca. 300 je drei Zentimeter lange Nägel gefunden. Im November 2005 wird – kurz nach mehreren abfälligen Artikeln von Tilman Toepfer in der Main-Post – eine Pferdekoppel verwüstet, die Kirchenaus­steigern gehört; es wird ein Straßenschild herausgerissen und so auf dem Zufahrtsweg zum Hof plaziert, daß ein Unfall hätte passieren können, wäre das Schild nicht rechtzeitig entdeckt worden. Ende Dezember 2005 wird wieder eine Pferdekoppel in der Nähe des Hofguts verwüstet – diesmal zwar keine, die einem Urchristen gehört hätte, doch wer weiß das von den Randalierern, von denen bis zur Stunde keiner ermittelt werden konnte, schon so genau?

Die gerade erwähnten Zwischenfälle sind – das sei an dieser Stelle noch gesagt – nur ein kleiner Ausschnitt aus der großen Anzahl von gewaltsamen Auswirkungen, die kirchliche Verleumdungen immer wieder hervorbringen. Morddrohungen, Beleidigungen auf offener Straße, Schmierereien, Sachbeschädigungen, eingeworfene Fensterscheiben, Brandstiftung – all das sind Ereignisse, mit denen Urchristen seit Jahren immer wieder konfrontiert sind.*

 

 Das Kartell mauert

 

Daß ein Hofgut, auf dem Menschen in Frieden nicht nur miteinander, sondern auch mit Natur und Tieren leben, nicht nur einigen Jägern oder Pfarrern vor Ort ein Dorn im Auge ist, daß hier vielmehr überregionale Kräfte am Werk sind, zeigt ein an das Hofgut angrenzendes Waldgrundstück, das die Landwirte erwerben wollen. Wie im Buch „Der Steinadler und sein Schwefelgeruch“** berichtet, befindet sich dieses Grundstück im Besitz des Staates, der zunächst auch durchaus bereit war, es zu veräußern – der Staat braucht schließlich Geld. Doch die Zusage wurde plötzlich zurückgezogen; völlig fachfremde Ministerien wurden eingeschaltet; geheime Dossiers über die „Ketzer“ kursierten in den Amtsstuben. Die Landwirte zogen daraufhin nach Berlin vor das Gericht. Das Landgericht Berlin lehnte es jedoch in erster Instanz ab, in der Verweigerung des Finanzministeriums eine Diskriminierung zu sehen. Das Gericht beteiligte sich vielmehr selbst an der Diskriminierung, indem es feststellte, der Staat könne in der Öffentlichkeit sein Ansehen auch dadurch schädigen, daß er mit Leuten wie den Klägern Geschäfte abschließe.

Daß dieses skandalöse Urteil kein einmaliger Ausrutscher war, zeigte sich in der zweiten Instanz: Auch diese wollte keine Willkürhandlung des Staates darin erkennen, daß eine Verkaufszusage aus Glaubensgründen wieder rückgängig gemacht worden war. *

 

 Sie bekämpfen das Leben

 

Man sieht an all diesen Beispielen: Genau dort, wo eine religiöse Minderheit konkrete Alternativen für eine friedfertige und auch ökologisch nachhaltige Gesellschaft in die Tat umsetzt, wo sie nicht nur ihre Lehre verbreitet, sondern z.B. vegan-vegetarische Lebensmittel aus Friedfertigem Landbau vertreibt, wo sie gequälten Tieren ein Zuhause bietet und ein Biotopverbund-System anlegt, genau dort werden ihr am meisten Knüppel zwischen die Beine geworfen. Und dieselben Organisationen, die eine solche Minderheit bei jeder sich bietenden Gelegenheit behindern und diskriminieren, die Politik, Medien, Behörden und Gerichte gegen sie und alle ihre Projekte aufhetzen, wollen dann wenig später durch „Klimapapiere“ den Anschein erwecken, als seien sie schon immer für die Natur eingetreten.

Daß dies eine Lüge ist, beweist nicht nur der 30-jährige Krieg der Kirchen gegen das Prophetische Wort, der hier zumindest in seinen Grundzügen geschildert wurde. Auch ein Blick in die Geschichte läßt erkennen, welche Rolle die Kirchen diesbezüglich wirklich gespielt haben – und noch immer spielen.

 

Zum Kapitel 5                          zurück zu Kapitel 4.4                         zurück zur Übersicht 

          

 

[ Vorwort ]    [ Inhaltsverzeichnis ]    [ Brief an Papst ]    [ Brief an Bischöfe ]
[ Offenbarung ]    [ Nachwort ]     [ Kontakt ]    [ Impressum ]    [ Steinadler ]